Sonntag, 2. März 2014

Καλή Σαρακοστή - Kali Sarakosti

Bildquelle: http://prosdokian.blogspot.de/2013/03/blog-post_18.html
Ab morgen, mit dem Rosenmontag (Καθαρά Δευτέρα) und somit mit dem Ende der Karnevalsperiode beginnt für die griechisch Orthodoxen die Zeit der Megali Sarakosti. Damit ist die Zeit der Fastenzeit vor Ostern gemeint, die sieben Wochen lang dauert.

Καλή Σαρακοστή – eine gute Fastenzeit wünscht man sich in diesen Tagen in Griechenland und das wünschen wir euch heute auch!
Aber was genau passiert während dieser Zeit? Die Megali Sarakosti ist die strengste Fastenzeit des Jahres, in der weder Fleisch und Fisch, Milch und Käseprodukte, Eier aber auch Süßes mit Butter oder Milch gegessen wird. An bestimmten Tagen darf Öl gegessen werden. Sonst ernährt man sich vollkommen vegan.

Dieser Fastenzeit verdankt aber die griechische Küche auch eine ganze Menge aussergewöhnliche Gerichte! Denn, wie so oft in solchen Situationen, die Einschränkung auf bestimmte Zutaten macht erfinderisch. 
Sarmádes oder Sarmadákia. Bild: Julia Lakirdakis-Stefanou

So fallen zum Beispiel Meeresfrüchte und Schnecken nicht unter die Fastenregeln und sind nebenbei willkommene aber auch notwendige Eiweißlieferanten für die fleischlose Zeit. Ebenso werden in der Küche verstärkt Hülsenfrüchte, Nüsse und Tahini verwendet. Aber auch Fisch wird öfter gegessen als sonst.
Gavros aus der Pfanne. Bild: Julia Lakirdakis-Stefanou



In Griechenland gibt es viele Kochbücher, die sich dem Thema gewidmet haben (Sarakostiana). Ich habe bei mir im Regal folgendes (wieder)-entdeckt: http://www.bestprice.gr/item/2148878709/sarakostiana-syntages-gia-nhsthsima-faghta-kai-glyka

Aber was hat das Bild am Anfang des Artikels zu bedeuten?

Die Kyra Sarakosti (Frau Sarakosti) ist eine alte Tradition, die es in ganz Griechenland zu finden ist. Es handelt sich dabei um eine aus Papier gebastelte Frau mit sieben Beinen. Jedes Bein steht für eine Woche der Fastenzeit. Die Kyra Sarakosti ist traditionell gekleidet, hat keinen Mund (das Zeichen dass sie fastet) und hat ihre Hände zum Gebet gefaltet. Jede Woche schneidet man ein Bein der Kyra Sarakosti ab damit man sieht wieviele Wochen es noch bis Ostern sind. Zugegeben, ich lebe schon zu lange in Deutschland und faste auch nicht wirklich, somit hatte ich diese Tradition auch etwas verdrängt. Sie ist mir aber wieder in den Sinn gekommen als ich für diesen Artikel am recherchieren war.

In diesem Sinne... Καλή Σαρακοστή für uns alle... Fastende und nicht Fastende!